Gut aussehender Mann

Vorsorgeuntersuchungen für Männer: alle in der Übersicht

Wenn Krankheiten rechtzeitig erkannt werden, lässt sich oft gegensteuern. Das gilt nicht nur für schwere Krankheiten wie Krebs, sondern auch für vermeintlich harmlose Probleme wie Bluthochdruck. Ein zu hoher Blutdruck erhöht nämlich das Risiko für Herz- und Kreislauferkrankungen deutlich. Gerade Männer sind von ihnen betroffen.

Leider ist das Vorsorgeangebot für Männer deutlich schlechter als das für Frauen. Gerade für Männer ab 45 gibt es aber eine Reihe von Untersuchungen, die auch genutzt werden sollten. Jeder verantwortungsvolle Techniker oder Facharbeiter unterzieht seine Maschinen regelmäßig einer Wartung. Das muss auch für den eigenen Körper gelten.

Die wichtigsten Untersuchungen für Männer im Überblick

ab 18 Jahren

  • einmalige Gesundheitsuntersuchung
  • bei vielen Krankenkassen Hautkrebsscreening
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ab 35 Jahren

ab 45 Jahren

ab 50 Jahren

ab 65 Jahren

Männer ab 18 (teilweise ab 15)

Eine regelmäßige Untersuchung, wie sie Frauen vom Gynäkologen kennen, gibt es für junge Männer nicht. Dabei ist Hodenkrebs die häufigsten Krebserkrankungen bei jungen Männern. Ältere Männer bekommen ihn kaum noch, weshalb er in der Liste der häufigsten Krebsarten auch nicht auftaucht.

In Ermangelung einer Vorsorge bleibt jungen Männern nichts anderes übrig, als selbst hin und wieder den Hoden abzutasten. Diese Hinweise sollte man ernst nehmen:

  • Schwellungen oder verhärtete Stelle am Hoden. Üblicherweise treten diese nur an einer Seite auf. Schmerzhaft sind sie nicht.
  • Schweregefühl am Hoden.
  • Einseitiges Ziehen im Hoden oder in der Leiste.
  • Wasseransammlung im Hoden (Hydrozele).

Gezahlt wird aber von der Krankenkasse eine einmalige Gesundheitsuntersuchung. Dabei werden Vorerkrankungen in der Familie erhoben und Risikobereiche wie Bluthochdruck, Herzerkrankungen oder Diabetes identifiziert. Außerdem wird der Blutdruck gemessen und gegebenenfalls eine Blutuntersuchung durchgeführt.

Oft ist aber 18 auch ein regelmäßiges Hautkrebsscreening möglich. Bei manchen Krankenkassen können sogar schon 15-Jährige sich auf Hautkrebs untersuchen lassen. Allerdings gibt es hier große Unterschiede, nicht nur zwischen den Krankenkassen, sondern auch zwischen den Regionen. Die Techniker Krankenkasse bietet die Voruntersuchung in Hamburg bereits ab 15, in Sachsen-Anhalt dagegen erst ab 35.

Beim Hautkrebs-Screening wird die Haut auf schwarzen Hautkrebs hin untersucht. Das ist auf jeden Fall empfehlenswert, denn Hautkrebs lässt sich gut behandeln, wenn er früh erkannnt wurde.

Männer ab 35 Jahren: Gesundheits-Check-up und Hautkrebsuntersuchung

Ab 35 ist die Hautkrebsuntersuchung in allen Regionen und für alle Krankenkassen eine Pflichtleistung. Sie sollte alle zwei Jahre durchgeführt werden.

Vor allem kommt dann aber der sogenannte Gesundheits-Check-up mit dazu. Er wurde früher alle zwei Jahre angeboten, jetzt alle drei. Den kann man sich etwas wie eine TÜV-Untersuchung beim Auto vorstellen.

  • Auch hier werden Vorerkrankungen erfasst.
  • Der Impfstatus wird überprüft.
  • Blutwerte und Blutdruck werden untersucht.
  • Teilweise kommt eine Urinuntersuchung dazu.

Männer ab 45 Jahren: jährliche Vorsorge gegen Prostatakrebs

Für viele Männer ist die Prostatakrebs-Vorsorge eine Angstuntersuchung. Nicht weil sie wehtun würde, sondern weil sie mit Berührungen in der Rektal- und Leistengegend verbunden ist.

Allerdings überwiegend die Vorteile. Denn Prostatakrebs ist der häufigste Krebs bei Männern. Und wenn er nicht rechtzeitig erkannt wird, kann er leicht tödlich sein.

Infografik: Die häufigsten Krebsarten in Deutschland | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Männer ab 50 Jahren: Darmkrebsvorsorge

Nach Prostata und Lunge ist der Darm bei Männern am dritthäufigsten von Krebs betroffen. Darmkrebs ist außerdem oft tödlich. Männer ab 50 können eine jährliche Stuhluntersuchung durchführen lassen und außerdem alle fünf Jahre eine Darmspiegelung machen lassen.

Männer ab 65: Bauchschlagader untersuchen lassen

Ab 65 Jahren können Männer außerdem ihre Bauchschlagader untersuchen lassen. Ein Riss in den Gefäßwänden ist nämlich in vielen Fällen tödlich.

Was sonst noch wichtig ist

Nur jeder zweite Mann nutzt die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen. Das ist deutlich zu wenig. Aber noch wichtiger als die Vorsorgeuntersuchungen ist ein gesunder Lebensstil. Denn viele Krebsfälle wären vermeidbar. Das gilt nicht nur für den Lungenkrebs, der oft (nicht immer!) durch Rauchen verursacht wird. Auch ein zu hoher Alkoholkonsum kann Krebs begünstigen, beispielsweise im Magen oder der Bauchspeicheldrüse. Vor allem letzterer, der Pankreaskrebs, ist fast immer tödlich.

Infografik: Vermeidbarer Krebs | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Eine nicht zu ungesunde Ernährung (ein bisschen sündigen ist erlaubt, vor allem wenn es die Lebensqualität hebt) oder massives Übergewicht sind ebenfalls Risikofaktoren. Dagegen senkt ausreichend Bewegung das Risiko, wobei schon eine halbe Stunde schnelles Gehen am Tag Wunder wirkt.

Auch die von der Ständigen Impfkommission empfohlenen Impfungen gehören zur Vorsorge. Dazu gehört bei älteren Männern auch die Grippeschutzimpfung.

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