Männergesundheit mit geringer Rolle bei den Parteien

Vor rund einem halben Jahr hat Gesund.men eine Umfrage zum Thema Männergesundheitspolitik bei den Parteien gestartet. Mit Ausnahme von Bündnis90/Die Grünen bejahten zwar alle antwortenden Parteien die Relevanz des Themas, allerdings gab es wenig konkrete Handlungspläne. Eine Umfrage der geschlechterpolitischen Initiative MANNdat kommt jetzt zu einem ähnlichen Ergebnis – mit einem positiven und einem negativen Unterschied.

Die Meinung der Parteien

In vielen Punkten deckt sich das Ergebnis von MANNdat mit denen von Gesund.men. Hartnäckige Gegner einer verbesserten Gesundheitsvorsorge von Männern sind Bündnis90/Die Grünen. Zu den Grünen gesellt sich die AfD, die in unserer Umfrage nicht berücksichtigt wurde. Sie interessiert sich ebenfalls nicht für das Thema Männergesundheit. Möglicherweise, weil – wie der Psychologe Prof. Dr. Michael Klein schreibt – zur traditionellen Männlichkeit auch die Aufopferung der Männer für die Frauen gehört. Und gerade dieses traditionelle Bild scheint die AfD oft zu vertreten.

MANNdat hat übrigens noch weitere Punkte zur Männerpolitik abgefragt, die für unsere Fragestellung hier aber nur wenig relevant sind.

Ein enttäuschender Unterschied zu unserer Umfrage

Leider gibt es zu unserer Umfrage auch eine negative Veränderung. Die SPD-Politikerin Gabriela Heinrich hatte sich uns gegenüber durchaus wohlwollend für mehr Anstrengungen in der Männergesundheit gezeigt. Sie brachte sogar noch weitere Männerthemen ins Spiel, die es ihrer Meinung nach zu bearbeiten gäbe.

Da die SPD das Wort „sozial“ im Namen trägt, hat uns das auch wenig überrascht. Die von den Grünen vorgebrachte (und inhaltlich falsche) Argumentation, dass es keine gesellschaftlichen Ursachen für die Übersterblichkeit der Männer gäbe, kann aus SPD-Sicht eigentlich nicht überzeugen. Auch die eigene Biologie sucht sich niemand aus.

Umso mehr hat es uns überrascht, dass die SPD laut der Umfrage von MANNdat das Thema Männergesundheit nicht berücksichtigt. Möglicherweise eine Folge der Neuausrichtung der SPD unter dem Duo Kühnert/Esken.

Es gibt auch positives

Leider hat die FDP nicht auf unsere Anfrage geantwortet. Das kritisieren wir auch weiterhin, eine Partei sollte auch kleinen Blogs und Magazinen Antwort auf Fragen geben. Trotzdem ist es erfreulich, dass die FDP gegenüber MANNdat betont hat, dass sie Bedarf beim Thema Männergesundheit sähe.

Daneben erkennen Linkspartei und die Unionsparteien die Bedeutung des Themas an. Bei allen Parteien spielt es aber nur eine untergeordnete Rolle.

Zum Glück müssen Männer nicht auf die Parteien warten. Zwar scheint es tatsächlich ein paar biologische Nachteile von Männern zu geben, nicht zuletzt eine höhere Anfälligkeit für Herzkrankheiten und das SARS-CoV2-Virus. Womöglicher ist das der Preis, denn Männer für die größere sportliche Leistungsfähigkeit zahlen.

Ein großer Teil des Unterschieds geht aber auch auf unterschiedliche Lebensweisen zurück. Natürlich ist es nicht ganz leicht, sich über die Rollenerwartungen der Gesellschaft hinwegzusetzen, aber es ist möglich. Lesen Sie dazu auch:

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