Die 6 besten Smartwatches und Fitnessarmbänder für Männer

Fitnesstracker können helfen, sich mehr zu bewegen. Sie lassen sich entweder als preiswertes Fitnessarmband oder als Smartwatch kaufen. Vor allem letztere bieten außerdem weitere Möglichkeiten zur Erfassung von Gesundheitsdaten, beispielsweise zum Blutdruck, zur Schlafmessung oder zur Herzfunktion. Das kann dazu motivieren, dass endlich auch mehr Männer sich Gedanken um ihre Gesundheit machen.

Die Stiftung Warentest hat Smartwatches und Fitnessarmbänder getestet. Wir stellen die sechs besten vor.

Den vollständigen Bericht gibt es hier bei der Stiftung Warentest. Der Test ist kostenpflichtig, allerdings ist die Investition mit 3,50 Euro im Vergleich zum Preis einer Smartwatch günstig und die Gebühr lässt sich per SMS bezahlen, also ohne Anmeldung oder Bankeinzug. Lesen Sie auch unseren Testbericht zu Fahrrad-Ergometern.

Die besten Fitnessarmbänder für Männer

Wirklich gut haben die Fitnessarmbändern bei der Stiftung Warentest nicht abgeschnitten. Die Bestnote ist eine 3,3. Wer Wert auf Qualität legt, sollte aber gleich zu den Smartwaches springen, dort ist die beste Note eine 1,8. Auch Navigationsfunktionen bietet keines der Geräte.

Die Bestnote von 3,3 gibt es gleich drei Mal. Die Warentester sortieren in diesem Fall die Anbieter nach dem Alphabet. Ich weiche von dieser Darstellung etwas ab und habe die Einzelnoten mit der von der Stiftung Warentest verwendeten Gewichtung auf mehrere Nachkommastellen berechnet. Dann gibt es eine etwas andere Reihenfolge.

Honor Band 5 (Note 3,3): Besonders preiswert und vergleichsweise gut

Rein auf Basis der von der Stiftung Warentest angegebenen Einzelnoten schneidet das Honor Band 5 am besten ab, obwohl es mit einem mittleren Preis von 38,- Euro zu den günstigsten zählt. Allerdings ist die Gesamtnote mit 3,3 nicht gerade umwerfend.

Die Gesamtnote von 3,3 setzt sich aus folgenden Einzelnoten zusammen:

  • Fitness: 3,2
  • Kommunikation und andere Faktoren: 3,9
  • Handhabung: 2,4
  • Stabilität: 1,1
  • Datenschutz: 4,0
  • Schadstoffe: 1,2

Aufgrund der unterschiedlichen Gewichtung ergibt sich daraus eine rechnerische Gesamtnote von 3,0, die aber wegen der sehr deutlichen Mängel in der Datenschutzerklärung auf 3,3 abgesenkt wurde.

Bei der eigentlichen Kernaufgabe, dem Fitnesstracking, ist das Armband mit 3,2 das beste im Test. Vor allem beim Gehen werden Streckenlänge und Kalorienverbrauch gut gemessen, nur bei der Pulsmessung schneidet das Gerät schlecht ab. Das gilt allerdings für alle Fitnessarmbänder.

Auch bei der Stabilität ist das Gerät mit 1,1 besser als die beiden anderen hier vorgestellten Geräte. Das das Armband nicht Testsieger wurde, hat zwei Gründe. Einmal wurde die Note aufgrund der Fehler in der Datenschutzerklärung besonders stark abgewertet. Warum das der Fall ist, erklärt die Stiftung Warentest nicht, denn die beiden Konkurrenten schnitten in dieser Kategorie genauso schlecht ab. Der zweite Grund ist das schlechte Abschneiden des Armbandes in den Funktionen Telefongespräche, Nachrichten und bei der Uhr.

Fazit: Geeignet für alle, die einen günstigen Fitnesstracker wünschen und keinen Wert auf Funktionen wie Telefonie oder das Erhalten von SMS legen.

Fitbit Charge 3 (Note 3,3): Die Alteingesessenen

Das Unternehmen Fitbit aus San Francisco ist zwar erst 13 Jahre alt, zählt damit aber zu den alten Hasen im Geschäft mit Fitnessarmbändern. Es ist also kein Wunder, dass mit dem Charge 3 ein Tracker aus dem Hause Fitbit ganz vorne steht.

Die Gesamtnote setzt sich aus folgenden Einzelnoten zusammen:

  • Fitness: 3,7
  • Kommunikation und andere Faktoren: 2,9
  • Handhabung: 2,7
  • Stabilität: 1,4
  • Datenschutz: 3,7
  • Schadstoffe: 1,0

Sowohl Kalorienverbrauch als auch Streckenlänge wird von der Fitbit Charge 3 schlechter gemessen als vom Konkurrenzprodukt von Honor, obwohl es mit 120,- Euro rund dreimal so teuer ist. Telefonieren und das Versenden von Nachrichten geht etwas besser, dafür kann das Gerät keine Musik abspielen (was bei der Notengebung allerdings nicht berücksichtigt wurde, sonst wäre die Note noch schlechter).

Auch beim Thema Datenschutz schneidet der Anbieter geringfügig besser ab als das Produkt von Honor, mit 3,7 aber immer noch sehr schlecht. Dafür erhält es die Bestnote bei der Schadstoffbelastung, die ist nämlich sehr ging.

Fazit: Für die meisten Nutzer sind die Alternativen von Honor oder Samsung besser. Oder gleich eine Smartwatch. Die Denver SW 650 ist besser und günstiger.

Samsung Galaxy Fit (Note 3,3): Für Samsung-Fans und Datenschützer.

Von allen Anbietern von Fitnessarmbändern hat Samsung das Thema Datenschutz am besten gelöst. Nur Samsung erhält beim Thema „Umfang der vom Anbieter erfassten Daten“ die Note gut, der Schutz der Nutzerkonten und der Datenübertragung ist sogar sehr gut. Mit einem mittleren Preis von 80,- Euro ist es deutlich günstiger als das Gerät von Fitbit, aber noch rund doppelt so teuer wie das von Honor.

Die Gesamtnote setzt sich aus folgenden Einzelnoten zusammen:

  • Fitness: 3,8
  • Kommunikation und andere Faktoren: 3,6
  • Handhabung: 2,9
  • Stabilität: 1,4
  • Datenschutz: 2,7
  • Schadstoffe: 1,3

Die Teilnote beim Thema Datenschutz ist die einzige, bei der Samsung Fit besser abschneidet als beide Konkurrenten. Beim wichtigen Thema Fitness kommt das Armband nur auf eine 3,8, vor allem wegen schlechter Noten beim Joggen. Beim Thema Schwimmen übertrifft das Band ebenfalls beide Konkurrenten, weil es die Streckenlänge am besten misst, außerdem erlaubt es als einziges eine Pulsmessung auch im Wasser.

Fazit: Empfehlenswert vor allem für Datenschützer, Schwimmer und Galaxy Fans. Wer bereits ein Galaxy-Smartphone besitzt, hat weniger Probleme beim Zusammenspiel beider Geräte.

Die besten Smartwatches für das Fitnesstracking

Nach den gleichen Kriterien hat die Stiftung Warentest auch Smartwatches untersucht. Das bedeutet, dass sich die Note vor allem auf den Einsatz als Fitnesstracker bezieht. Nur Telefonie und das Senden von Nachrichten sowie die Uhrenfunktion wurden noch überprüft. Weitere Kriterien wie die Anzahl verfügbarer Apps oder die Schnelligkeit bei deren Ausführen wurden nicht berücksichtigt.

Apple Watch Serie 5 (Note 1,8): Gesamtsieger, aber teuer

Das mit 500,- Euro teuerste Gerät ist auch das beste im Test. Es übertrifft nicht nur alle anderen Smartwatches, sondern erledigt das Fitnesstracking auch besser als die Armbänder.

Die Gesamtnote setzt sich aus folgenden Einzelnoten zusammen:

  • Fitness: 1,8
  • Kommunikation und andere Faktoren: 1,1
  • Handhabung: 2,0
  • Stabilität: 0,9
  • Datenschutz: 2,6
  • Schadstoffe: 1,0

In den meisten Teilgebieten ist die Apple Watch beim Fitnesstracking sehr gut, bei einigen wenigen gut und nur bei der Pulsmessung beim Joggen und Schwimmen sowie beim Messen des Kalorienverbrauchs beim Radfahren nur befriedigend. Damit schneidet die Uhr nicht nur insgesamt am besten ab, sondern auch im Bereich Fitness.

In den meisten anderen Teilbereichen ist die Uhr sogar noch besser. Kommunikation und Uhrenbetrieb sind sehr gut, die Schadstoffbelastung ist gering und die Stabilität ist so hoch, dass die Stiftung Warentest hier sogar eine 0,9 vergibt.

Vergleichsweise schlecht schneidet das Unternehmen nur beim Datenschutz ab, vor allem weil es sich selbst in der Datenschutzerklärung weitgehende Rechte zur Datenerhebung und -weitergabe einräumt.

Hauptnachteil der Uhr ist aber, dass sie nur in Zusammenspiel mit einem iPhone gut funktioniert.

Fazit: Wer ein iPhone besitzt (oder eines möchte) und bereit ist, auch etwas mehr Geld auszugeben, für den ist die Apple Watch klar die Nummer 1. Das gilt überwiegend auch für die anderen, nicht von der Stiftung Warentest untersuchten Funktionen.

Samsung Galaxy Watch Active 2 (Note:  2,6): Meine Empfehlung für Android

Die Samsung Galaxy Watch Active 2 belegt nicht den zweiten Platz im Ranking der Stiftung Warentest. Aber es ist meine Empfehlung für alle, die Android nutzen und daher nicht zur Apple Watch greifen können. Auf Platz zwei und drei folgen eigentlich zwei Produkte von Garmin, doch die Stiftung Warentest hat bei ihrer Bewertung nur die Eignung als Fitnesstracker beurteilt. Aber niemand kauft sich eine Smartwatch nur um seine Laufdaten zu messen.

Das Gerät kostet im mittleren Preis 360,- Euro. Wem das zu teuer ist, der erhält aktuell für 192,- Euro auch noch das Vorgängermodell Samsung Galaxy Active (also ohne die 2). Das ist nur wenig schlechter, aber deutlich günstiger.

Die Gesamtnote setzt sich aus folgenden Einzelnoten zusammen:

  • Fitness: 3,2
  • Kommunikation und andere Faktoren: 1,4
  • Handhabung: 2,6
  • Stabilität: 1,5
  • Datenschutz: 2,7
  • Schadstoffe: 1,0

Vor allem bei der Pulsmessung versagt die Samsung Galaxy Active 2, sie ist hier teilweise sogar schlechter als das ebenfalls nicht besonders gute Vorgängermodell. Bei den Themen Stabilität und Kommunikation kann die Uhr fast mit der Apple Watch mithalten.

Ein weiterer Vorteil, den die Uhr mit der Apple Watch teilt: Gegen einen Aufpreis gibt es auch Uhren mit eingebauter eSIM. Die Uhr lässt sich dann auch ohne Smartphone betreiben. Das ist sehr praktisch für alle, die entweder ihr Handy nicht immer mit sich herumtragen wollen oder es einfach mal vergessen. Auch für Kinder kann die Funktion sinnvoll sein, wenn Eltern vermeiden wollen, dass der Nachwuchs zu viel am Handy hängt, aber er trotzdem erreichbar sein soll.

Fazit: In meinen Augen das beste Gerät für Android-Nutzer.

Denver SW 650 (Note 3,2): Besser und günstiger als das beste Fitness-Armband

Mit 100,- Euro ist die Denver SW 650 günstiger als das Fitbit-Armband, schneidet aber trotzdem im Test besser ab und hat außerdem mehr Funktionen, denn es handelt sich nicht nur um ein Fitness-Armband, sondern eine echte Smartwatch.

Die Gesamtnote setzt sich aus folgenden Einzelnoten zusammen:

  • Fitness: 3,4
  • Kommunikation und andere Faktoren: 3,8
  • Handhabung: 3,3
  • Stabilität: 0,7
  • Datenschutz: 2,4
  • Schadstoffe: 3,0

Beim Fitness-Tracking ist die Uhr nur wenig schlechter als die Galaxy Watch, allerdings gibt es für die Uhr, die Telefonfunktion, die Nachrichtenfunktion und die Musik nur mäßig gute Noten. Mehr kann man bei dem Preis aber auch nicht erwarten. Auffällig ist, dass die Stabilität mit 0,7 die beste Note (mit zwei anderen zusammen) im Test erhält und die Apple Watch hier sogar übertrifft. Auch beim Datenschutz können sich die Ergebnisse sehen lassen, nur die Schadstoffbelastung ist hoch.

Fazit: Mein Tipp für alle, die nicht viel Geld ausgeben wollen. Ein Wunderwerk der Technik kann man für so wenig Geld zwar nicht erwarten, doch das Preis-Leistungs-Verhältnis ist gut.

So hat die Stiftung Warentest getestet (und so habe ich es interpretiert)

Natürlich kann ich nicht im Einzelnen auf alle Ergebnisse des Tests eingehen. Das wäre vermutlich urheberrechtlich problematisch, vor allem aber bietet es dann auch keinen Mehrwert gegenüber dem Artikel der Stiftung (außer, dass es kostenlos wäre, aber ich finde für eine Dienstleistung kann man ruhig auch mal was bezahlen). Daher habe ich die Ergebnisse gekürzt, durch eigene Erfahrungen ergänzt und interpretiert.

Die Fitnessfunktionen

Die Stiftung Warentest hat jeweils untersucht, wie gut Puls, Kalorienverbrauch und zurückgelegte Strecke gemessen wurden. Dabei wiederum unterscheidet sie Gehen, Joggen, Radfahren und Schwimmen, wobei beim Schwimmen kein Kalorienverbrauch angegeben wird.

Kommunikation und sonstiges

Hier hat die Stiftung untersucht, wie gut sich Nachrichten (SMS, WhatsApp und Telegram) empfangen und versenden lassen, wie gut sich telefonieren lässt, die Qualität der Uhr sowie Musikwiedergabe und Navigation. Wobei eine Navigationshilfe kein einziges Fitnessarmband liefert, mit Fitbit kann außerdem keine Musik gespielt werden.

Berücksichtigen muss man dabei, dass die Stiftung Warentest keine Punkte abzieht, wenn ein Gerät eine Funktion nicht kann. Das erscheint mir teilweise etwas ungerecht, wenn das Galaxy Fit Armband Punktabzüge für die schlechte Musikwiedergabe bekommt, während Fitbit diese Funktion noch nicht einmal anbietet. Das habe ich durch meine Kommentare aber deutlich gemacht.

Handhabung

Hier bewertet die Stiftung neben der Gebrauchsanleitung und dem Bedienkomfort auch den Akku. Generell hält der Akku bei Fitnessarmbändern deutlich länger als bei Smartwatches, die viel mehr Funktionen haben und damit auch mehr Strom verbrauchen. Die beste Bewertung des Akkus erhält übrigens das Honor Band 5.

Datenschutz und Datensicherheit

Die Stiftung untersucht in dieser Kategorie den Umfang der vom Anbieter erhobenen Daten sowie den Schutz von Nutzerkonten. Außerdem wurden Mängel in der Datenschutzerklärung untersucht. Hier versagen fast alle Anbieter. Bei allen hier vorgestellten Geräten (und auch fast allen im Test) sind die Mängel „sehr deutlich“. Alle erhielten daher eine zusätzliche Abwertung.

Stabilität und Schadstoffe

Diese beiden Kategorien erklären sich jeweils selbst.

Was bringt ein Fitnesstracker?

Was Fitnesstracker wirklich bringen, ist umstritten. Die Studienergebnisse sind bisher widersprüchlich. In meinen Augen ist das aber nicht verwunderlich. Wer sich nur ein Fitnessarmband kauft oder es gar geschenkt bekommt, wird kaum einen Effekt erzielen. Anders sieht es in meinen Augen aus, wenn der Entschluss mehr für die Gesundheit zu tun und der Kauf eines Fitnesstrackers zusammenfallen. Ich erreiche meine Bewegungs- und Trainingsziele überwiegend ohnehin. Doch wenn ich mich an einem Tag wenig bewegt habe, motiviert mich die Smartwatch (in meinem Fall die Apple Watch), noch mal ein paar Meter zu gehen oder mich auf den Ergometer zu setzten. Ich will schließlich meine Serie nicht reißen lassen.  

Es gibt noch eine Reihe weiterer Funktionen, beispielsweise das Schlaf-Tracking. Allerdings ist umstritten, wie gut das bisher funktioniert. Nach meinen Erfahrungen kann man einigermaßen zuverlässig feststellen, wie lange man geschlafen hat. Das weiß man allerdings auch oft ohne Armband oder Uhr. Die Elektronik hilft lediglich, die Ergebnisse zu erfassen und festzustellen, ob man langfristig ausreichend schläft. Wobei man auch dafür nicht unbedingt eine Uhr braucht – wer ständig müde ist, schläft zu wenig. Gute Schlaf-Tracker erkennen aber auch, wie ruhig man schläft, also ob man sich viel bewegt und wie gut die Nachtabsenkung des Pulses funktioniert.

Lebensnotwendig ist das alles nicht, doch es hilft nach meiner Erfahrung, sich zu einem gesundheitsbewussten Lebensstil zu motivieren. Das scheint besonders für Männer zu gelten.