Corona-Update März aus der Geschlechter-Perspektive

Anfang März (Situationsbericht des rki vom 2. März 2021) lag die Zahl der Corona-Toten mit 70.251 um 12.462 höher als ein Monat zuvor (Situationsbericht vom 2. Februar 2021). Damit ist der Anstieg deutlich geringer als in den vier Wochen zuvor, wo die Opferzahl um 22.337 angestiegen war. Allerdings hat sich das Geschlechterverhältnis zuungunsten der Männer verschoben.

Corona Todesfälle im Februar

Genau lässt sich die Zahl der Todesfälle im Februar nicht bestimmen, weil einige Meldungen verzögert hereinkommen und Daten korrigiert werden. Das zeigt sich besonders eindrücklich an der Zahl der Opfer und 10-Jahren. Sie wurde vor acht Wochen noch mit 13 angegeben, nun liegt sie bei acht. Natürlich nicht, weil die Kinder von den Toten auferstanden wären (Ostern ist erst in einem Monat), sondern weil genauere Untersuchungen den Verdacht auf einen coronabedingten Tod nicht bestätigten. Ich habe in der aktuellen Tabelle daher auch alle Daten für unter 40-Jährige zusammengefasst, da sie wegen der geringen Fallzahl wenig aussagekräftig sind.

 u4040 - u5050 - u6060 - u7070 - u8080 - u90 90 und älter 
Männer1441242707153828579366335
Frauen41693316895283619676127
Gesamt1857335102324335693290312462

Die Daten bieten also nur eine grobe Orientierung. Auffällig ist, dass der Anteil der Männer an den Todesopfern wieder leicht angestiegen ist. Er liegt aktuell bei 51 Prozent, nachdem in den vier Wochen davor ähnlich viele Frauen wie Männer gestorben waren. Das größere Problem für Männer bleibt aber weiterhin, dass sie deutlich jünger an Corona sterben. In den meisten Altersgruppen sind zwei Drittel bis drei Viertel der Todesopfer Männer, nur der höhere Altersschnitt bei den Frauen gleicht das etwas aus.

Der gestiegene Männeranteil ist nur teilweise Folge der Impfungen. Frauen profitieren wegen ihres höheren Durchschnittsalters stärker von den aktuellen Impfregeln. Das rki weist die Zahl der Geimpften nicht nach Geschlecht aus, ein Blick auf die Altersstruktur zeigt aber, dass rund zwei Drittel der zuerst geimpften Menschen Frauen seien dürften. Auch deshalb dürfte der Anteil der über 80-Jährigen an den Todesfällen von 72 auf 69 Prozent gefallen sein.

Allerdings stieg der Männeranteil auch in vielen anderen Altersgruppen an. Das kann aber – wegen der geringen Fallzahlen – auf den Zufall zurückzuführen sein. Insgesamt ist auch der Anstieg des Männeranteils um einen Prozentpunkt bisher nur schwach.

Das „Impfdesaster“

Immer mehr Medien sprechen mittlerweile mit Blick auf die schleppenden Impfungen von einem Impfdesaster. Während in Großbritannien pro 100 Einwohner rund 31 Impfdosen gespritzt wurden und in den USA immerhin etwa 23, sind es in Deutschland laut rki nicht einmal acht. Weil jede Person zweimal geimpft werden muss bedeutet das, dass nur 5,28 Prozent eine erste Impfung bekommen haben nur 2,54 Prozent beide.

Damit liegt Deutschland weit hinter Ländern wie der Türkei, Chile oder Serbien. Begründet wird das oft mit dem Vorrang der Impfgerechtigkeit vor der Schnelligkeit. Worin diese Gerechtigkeit allerdings bestehen soll, wenn Männer deutlich stärker unter Corona leiden als Frauen, letztere aber deutlich häufiger in der ersten Impfgruppe vertreten sind, weiß vermutlich nicht einmal die Regierung selbst.

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