Corona Tote Geschlecht und Alter Grafik

Corona Statistik Geschlecht: Fast 3.000 neue Tote

Der Anstieg der Todesfälle aufgrund der CoVID-19 setzt sich laut aktueller Corona Statistik fort. In der vergangenen Woche sind mehr als 3.000 Menschen an Corona verstorben und damit deutlich mehr als in der Woche davor. Damals hatte der Wert ebenfalls höher als in der Vorwoche gelegen, die Zahl der Todesopfer pro Woche nimmt also deutlich zu.

So haben wir die Corona Statistik ausgewertet

Nach neuesten Zahlen des Robert-Koch-Instituts hat die Zahl der offiziell erfassten Corona-Toten in der vergangenen Woche um 3.118 zugenommen. Ein deutlicher Zuwachs, wenn man bedenkt, dass seit Beginn der Pandemie 23.427 Menschen verstorben sind (Stand: 16. Dezember 2020, 12.07 Uhr). Unter den Toten befanden sich 1.594 Männer und 1.524 Frauen.

In der Woche davor war die Zahl der Toten nur um 2.702 Fälle angestiegen, die Woche davor um 2.266. Die Zahl der Todesopfer pro Woche steigt also. Immerhin hat der Zuwachs etwas an Schwung verloren, er lag bei 15,4 Prozent nach 19,2 Prozent in der Vorwoche.

Die Daten wurden von Gesund.men aus den Situationsberichten des Robert-Koch-Instituts berechnet. Im Situationsbericht wird jeweils die Zahl der Todesopfer seit Beginn der Pandemie erhoben und jeden Dienstag nach Geschlecht und Alter gegliedert veröffentlicht. Aus der Differenz lässt sich die Zunahme errechnen.

Corona Statistik Geschlecht und Alter Grafik
Coronabedingte Todesfälle pro Woche (einschließlich von Datenkorrekturen) nach Geschlecht. Auffällig ist, dass die Zahl der Todesopfer pro Woche deutlich ansteigt. Grau dargestellt ist die Gesamtzahl der Todesfälle, rot die der verstorbenen Frauen und schwarz die der verstorbenen Männer.

Zwar spielen bei der Veränderung der Zahlen immer auch Korrekturen eine Rolle. So sank die Zahl der männlichen Todesfälle unter 10 Jahren, weil sich der Verdacht in einigen Fällen nicht bestätigt hatte. Die Statistik hatte vergangene Woche sieben unter 20-Jährige als „noch zu validieren“ gekennzeichnet. In der Vorwoche war die Zahl der weiblichen Todesopfer im Alter von 10 bis unter 20 ebenfalls um eine Person gesunken, weil in einem Fall CoViD-19 nicht als Todesursache bestätigt werden konnte. Umgekehrt kann es auch Nachmeldungen geben. Menschen werden dann in unserer Darstellung der falschen Woche zugeordnet.

Der Hauptgrund für die Zunahme ist aber der reale Anstieg der Todesfälle und keine großangelegte Datenkorrektur. Weil die Todesfälle üblicherweise erst deutlich nach der Infektion auftreten, wird die Zunahme vermutlich noch einige Zeit anhalten.

Zunahmeu2020 bis u3030 bis u4040 bis u5050 bis u6060 bis u7070 bis u8080 bis u9090+Gesamt
Männer-12115531513737542461.594
Frauen313619562267684421.524
Gesamt23421722075991.5226883.118

Insgesamt hat sich an der Struktur der Todesopfer laut aktueller Corona Statistik wenig verändert. Der sehr hohe Anteil älterer Menschen in den aktuellen Daten ist auch in älteren Statistiken schon zu beobachten. Der Anteil der 80 bis unter 90-Jährigen lag in der vergangenen Woche mit 48,8 Prozent sogar etwas höher als im langfristigen Schnitt mit 45,7 Prozent. Der Unterschied liegt aber im Bereich des Üblichen.

Corona Statistik zeigt weiterhin Übersterblichkeit von Männern

Nach wie vor sterben in vielen Altersgruppen deutlich mehr Männer als Frauen. Trotzdem lag die Zahl der Todesfälle in den vergangenen Wochen für beide Geschlechter fast genau gleich hoch (4.040 Frauen und 4.046 Männer). Das liegt an der unterschiedlichen Altersstruktur, die nach wie vor höhere Sterblichkeit von Männern wird weitgehend durch die Tatsache ausgeglichen, dass es unter den älteren Menschen mehr Frauen als Männer gibt. Das war zu Beginn der Pandemie noch anders, damals starben trotz höheren Durchschnittsalters von Frauen deutlich mehr Männer. Der Anteil der Männer an den Todesopfern fiel deshalb seit Ende November von 55 auf 53 Prozent.

Denkbar ist, dass viele Männer die Krankheit zunächst unterschätzt hatten. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt ist das Bild vom „starken Mann“ noch in vielen Köpfen präsent – oft mit gesundheitlich negativen Folgen für Männer.

Es bleibt abzuwarten, ob bei einer Priorisierung von Impfungen der Risikofaktor „Mann“ berücksichtigt wird oder über eine Quotenregel für Geschlechtergleichheit gesorgt wird, weil bei einer reinen Orientierung am Alter vor allem Frauen zunächst geimpft würden. Die bisherige Erfahrung mit dem Thema „Gender Lifetime Gap“ in der Politik oder auch bei den Gerichten spricht aber dagegen.

Der deutliche Anstieg der Todesfälle begann nach Angaben des Robert-Koch-Instituts bereits in der 37. Kalenderwoche, also Anfang September. Der „harte Lockdown“ wird vermutlich sinkende Fallzahlen bringen, allerdings erst mit einiger Verzögerung.

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